Parasitus Ex - Wibo Schädlingsbekämpfung
Wibo Schädlingsbekämpfung

Erkennen der Wanderratte

Ratte
"Brown Rat", so lautet der englische Name für die Wanderratte. Sie gehört zu den Nagetieren und ist als Krankheitsüberträger und Hygieneschädling bekannt. Rattus norvegicus stammt ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum. Als äußerst erfolgreicher Kulturfolger hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte extrem verbreitet und ist heute überall auf der Welt anzutreffen. Die Wanderrratte besitzt ein braungraues Fell, ihr Bauchfell ist grauweiß gefärbt. Den Schwanz nicht mitgerechnet, erreicht sie eine Länge von 20 bis 27 cm. Zu verwechseln ist sie höchstens mit der Hausratte (Rattus rattus), die in unseren Breiten nur noch sehr selten vorkommt. Die Hausratte wird jedoch im Durchschnitt nicht so groß wie die Wanderratte. Sie haben viel größere Ohren und einen deutlich längeren Schwanz.

Vorkommen und Lebensweise der Wanderratte

Wanderratten sind nachtaktive Tiere. Sie können sehr gut klettern, schwimmen und tauchen. In der Kanalisation und auf Müllplätzen fühlt sich Rattus norvegicus wohl. Sie besiedelt auch Gebäude, die ihr sichere Plätze zum Verstecken und genügend Nahrung bieten. In der Stadt lebt sie bevorzugt entlang von Wasserläufen (Traweger et al., 2006). Weil sie in der Kanalisation hervorragend überleben kann, wird sie im Volksmund auch Kanalratte genannt. Rattus norvegicus sorgt zu jeder Jahreszeit für Nachwuchs und bringt unglaublich viele Nachkommen hervor (etwa 40 Nachkommen pro Weibchen). Sie lebt gesellig in Familienrudeln. Wanderratten sind zwar Allesfresser, verschmähen jedoch häufig unbekannte Nahrung. Diese Art von Verhalten heißt Misoneismus. Bei idealen Lebensbedingungen kann die Populationsdichte der Wanderratte enorm ansteigen. Ein Beispiel ist die Insel Helgoland, wo Experten die Population im Dezember 1961 auf 15.000 Wanderratten pro Quadratkilometer schätzten.

Die Wanderratte als Schädling

Aus der Geschichte ist bekannt, dass die Wanderratte verschiedene gefährliche Infektionskrankheiten auf Menschen und Haustiere überträgt. Beispiele sind epidemische Seuchen wie die Pest oder das Lassa-Fieber. Darüber hinaus kann Rattus norvegicus auch Salmonellen, Trichinen und Tollwut übertragen. Ein weiterer gefürchteter Parasit, mit dem sie den Menschen infizieren kann, ist der Rattenbandwurm (Hymenolepis diminuta). Er tritt bei Kindern häufig auf und ruft beim Menschen klinische Symptome hervor. Wanderratten übertragen nicht nur Krankheiten, sie sind auch enorme Wirtschaftsschädlinge. Sie verursachen bedeutende Schäden, indem sie Nahrungsmittel anfressen oder mit ihrem Kot ungenießbar machen. Für erhebliche Gefahren in Gebäuden sorgen sie außerdem, indem sie elektrische Leitungen annagen.

Wanderratten erfolgreich bekämpfen

Wanderratten sind überall dort anzutreffen wo sie passende Verstecke und genügend Nahrung finden. Sie sind extrem anpassungsfähig und demzufolge nicht wählerisch, was ihre Lebensumgebung betrifft. Ein Befall von Rattus norvegicus bringt in der Regel auch ein Hygieneproblem mit sich.

Am Anfang einer erfolgreichen Bekämpfung der Wanderratte steht daher immer ein Nahrungsentzug. Dies bedeutet, dass ihnen z. B. Essensreste und Tierfutter nicht zur Verfügung stehen dürfen. Auch Unterschlupfmöglichkeiten wie Gerümpel und Müll müssen entfernt werden. Für die eigentliche Rattenbekämpfung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Ein Beispiel ist das Ausbringen von mit vergifteten Rattenködern bestückten Köderboxen, die speziell zur Rattenbekämpfung entwickelt wurden. Im Handel sind Präparate erhältlich, deren Wirkstoffe eine Gerinnung des Blutes verursachen. Fressen die Tiere den Köder mit dem Gift, sterben sie einige Tage später an inneren Blutungen. Weil die Wirkung des Giftes erst nach Tagen eintritt, können andere Mitglieder des Familienrudels nicht gewarnt werden und fressen ebenfalls den Giftköder. Beim Befüllen der Köderboxen ist äußerste Vorsicht geboten, da das Gift auch auf den Menschen wirkt. Gründliches Händewaschen nach Umgang mit den Substanzen ist unumgänglich. Es ist empfehlenswert, die Boxen an stillen Plätzen aufzustellen, damit die Wanderratte sich beim Fressen des Köders sicher und ungestört fühlt. Dabei ist es besonders wichtig, eine Stelle auszuwählen, die für Kinder oder Haustiere unerreichbar ist. Neben den Giftködern können zur Bekämpfung der Wanderratte auch Schlagfallen verwendet werden.

Problematisch wird es, wenn sich Rattus norvegicus dem im Giftköder enthaltenen Wirkstoff gegenüber resistent zeigt. Dieses Phänomen konnte bei dem mittlerweile recht alten Wirkstoff Warfarin beobachtet werden, der vielen Populationen der Wanderratte heute nicht mehr schadet. Dagegen verzeichnen neuere Antikoagulantien, etwa der Wirkstoff Brodifacoum, nach wie vor eine effiziente Wirkung bei der Bekämpfung der Wanderratte. Bei Barten (2005) finden Interessierte einen Überblick über die Resistenzsituation zu dieser Zeit. Hier sind die Wirkstoffe Chlorophacinon, Difenacoum, Difenacoum, Coumatetralyl und Warfarin aufgelistet, gegenüber welchen die Wanderratte schon damals Resistenzen zeigte. Dafür war für die Wirkstoffe Flocoumafen, Brodifacoum und Difethialon noch keine Resistenz feststellbar. Mit Klebeböden versehene Lebendfallen gelten nicht nur als nicht sachgemäß, sondern sind auch laut Tierschutzgesetz verboten (Sellenschlo, 2005). Der Grund für das Verbot liegt darin, dass gefangene Wanderratten und Häusmäuse erst nach mehreren Tagen auf den Klebeböden unter extremem Stress und unvorstellbaren Qualen verenden. Es geschieht nicht selten, dass sich eine auf dem Klebeboden gefangene Wanderratte die Gliedmaßen abbeißt, um zu entkommen.